Das Zeitwertkonto

Vor dem Hintergrund der schrittweisen Anhebung des Regelrentenalters auf 67 Jahre und nach Ablauf der Förderung der Altersteilzeit (nach dem Altersteilzeitgesetz) gewinnen Zeitwertkonten zunehmend an Bedeutung.

Vielen qualifizierten Fachkräften sind flexible Modelle für eine ausgewogene Balance von Arbeit und Leben wichtig. Individuelle Zeitwertkonten gehören zu den besonders gut durchdachten Arbeitszeitmodellen.

Was ist ein Zeitwertkonto?

Zeitwertkonten sind Wertguthaben auf langfristig bereitgestellten Arbeitszeitkonten, die in Geld geführt werden. Der Arbeitnehmer kann dieses Guthaben aufbauen, um eine spätere bezahlte Freistellung von der Arbeit zu erwirken. Die Flexi-Gesetze von 1998 und 2009 machen dies möglich. Zahlreiche Unternehmen und Arbeitnehmer haben die Vorteile für sich erkannt und nutzen bereits Zeitwertkonten für die flexible Gestaltung von Arbeitszeit.

Zeitwertkonten sind Arbeitslangzeitkonten, die überwiegend dem Zweck der längerfristigen, teilweisen oder ganzen Freistellung dienen. Die Möglichkeiten gehen weit über die eines einfachen Arbeitszeitkontos hinaus. Anders als kurz- bis mittelfristige „Zeitkonten“, „Gleitzeitkonten“ oder „Flexikonten“ dienen Zeitwertkonten nicht unmittelbar der Zeiterfassung und dem kurzfristigen Ausgleich von Arbeitszeitschwankungen. Zeitwertkonten setzen keine Arbeitszeiterfassung voraus.

Der Zweck eines Zeitwertkontos liegt ganz allgemein in der Finanzierung einer längerfristigen bezahlten Freistellung bei fortlaufendem Arbeitsverhältnis und Sozialversicherungsschutz.

 

Warum Zeitwertkonten?

Viele Arbeitnehmer können sich nicht vorstellen bis 67 zu arbeiten. Bei einigen Berufsgruppen mit schwerer körperlicher Arbeit ist das gesetzliche Renteneintrittsalter gar nicht möglich. „Attraktive Modelle von Seiten der Arbeitgeber, die das Renteneintrittsalter auf beispielsweise 62 bringen können, sind gefragt “, bestätigt Carstens nach seiner Erfahrung. Die drohenden Versorgungslücken aufgrund der Demografie verstärkten die Notwendigkeit von klugen Angeboten, so der Spezialist für Zeitwertkonten weiter.
Während der Arbeitgeber ein wirksames Personalinstrument zur Arbeitszeitflexibilisierung und Steuerung der Altersstruktur im Unternehmen erhält, können die Mitarbeiter die Gestaltung ihrer Lebensarbeitszeit gezielt auf ihre beruflichen und privaten Bedürfnisse abstimmen. Bei der Entscheidung für einen Arbeitgeber blickt qualifiziertes Fachpersonal unter anderem auf das Angebot von Zeitwertkonten in einem Unternehmen.

Die Vorteile für das Unternehmen und die Mitarbeiter stehen dabei nicht im Widerspruch.

Wie funktionieren Zeitwertkonten?

Das Wertguthaben ist für den Arbeitnehmer einfach aufzubauen: Bestandteile des Gehalts wie Prämien, Boni, geleistete Überstunden oder Resturlaubstage wandern in das individuelle Wertkonto. Das Guthaben wird in der Regel verzinslich angelegt und ist insolvenzgeschützt. Gemäß Vereinbarung zahlt der Arbeitgeber nach Abführung von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen das Freistellungsgehalt aus.

 

DRUCKANSICHT

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